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Großes Mitarbeitertreffen am 6. Juli 2015

„FLEck traf sich“

Wir sind gut aufgestellt! Das erste große Mitarbeitertreffen unserer Flüchtlingsinitiative, ein halbes Jahr nach dem Startschuss, wurde von einer positiven Grundstimmung getragen. Und eine Besonderheit von FLEck e.V. kam an diesem Abend besonders deutlich zum Ausdruck: Hier treffen sich hilfsbereite Menschen aus allen Bereichen, unabhängig von Zugehörigkeiten bei Parteien, Kirchengemeinden, Vereinen oder aus welchem Ortsteil sie kommen. Hier packen alle Eckentaler zusammen an und gestalten ein gutes Miteinander, um unsere Marktgemeinde für alle Mitbürger tatsächlich
zu einem „guten Platz zum Leben“ zu machen.
Das ist immer wieder beeindruckend und kann nicht oft genug betont werden.

Bei „FLEck trifft sich“ war vor allem wichtig, sich gegenseitig zu berichten, was alles lief und läuft, welche Projekte geplant sind und wer eigentlich was macht. Mit so manchem Mitstreiter hatte man bislang nur per Mail kommuniziert, von den Aktivitäten der Arbeitskreise mit rund 90 ehrenamtlichen Helfern zwar immer wieder gehört, aber bei der Fülle der Aktionen kaum eine Chance gehabt, alles mitzubekommen. Um eine ungefähre Vorstellung von der Größenordnung zu bekommen: im Mail-Archiv eines Vorstandsmitgliedes sind aktuell insgesamt 2085 Mails in Sachen FLEck e.V. gespeichert.
Klar, dass auch beim Treffen nur ausschnittsweise beleuchtet werden konnte, was sich alles tut:
Es war beispielsweise interessant zu erfahren, dass den Alltagsbetreuern vor allem die Probleme bei der Zusammenarbeit mit den Behörden das Leben schwer machen und dass die Deutschtrainer neben den Deutschkursen auch noch Ausflüge organisieren, die den Sprachunterricht ergänzen.
Dass der Arbeitskreis Freizeit und Begegnung nicht nur das Café Fleck, Wanderungen, Kochabende, Vorträge etc. organisiert,
sondern auch FLEck e.V. auf dem Marktfest mit Infostand und Länderquiz sowie internationalem Salatbuffet und Obstspießen präsentiert hat
und sich jetzt voller Elan auf die Planung des Ferienprogramms wirft.
Dass sich die vom Arbeitskreis Schule betreuten Schulkinder mit Begeisterung um die Verbesserung ihrer Sprachkenntnisse, die ihnen von den Betreuerinnen spielerisch vermittelt werden, bemühen und dass sie die Schulungsinhalte mit allen Sinnen aufnehmen und verarbeiten und dankbar für alles sind.
… und  und  und  …

Die vielen großen und kleinen Erfolge, Begegnungen und schönen Erlebnisse mit den Flüchtlingen motivieren zum Weitermachen und geben die Kraft, sich auch den zukünftigen Herausforderungen zu stellen.

! ! ! Wer jetzt Lust auf’s Mitmachen bekommen hat: in allen Arbeitskreisen sind weitere Unterstützer herzlich willkommen ! ! !

Gründung von „Kollegialen Beratungsgruppen in der Flüchtlingsarbeit“

Etwa 80 ehrenamtliche Mitarbeiter engagieren sich mittlerweile bei FLEck e.V. Das Engagement im Deutschunterricht, Alltagsbegleitung, Organisation von Material, Durchführung von Veranstaltungen, Unterstützung der Schulkinder usw. kostet den Mitarbeitern zeitliche, körperliche und psychische Ressourcen.

Um den Helfern mit ihren Bedürfnissen, Fragen und Grenzerfahrungen gerecht zu werden und ihnen einen guten Rahmen für ihre Mitarbeit zu sichern, gründen wir zur Begleitung des ehrenamtlichen Engagements überschaubare „Kollegiale Beratungsgruppen“. Mehr  Infos dazu finden Sie unter der Rubrik „Bildung„.

Rückblick: Äthiopien-Vortrag am 30.4.

Einer unserer Gäste aus Äthiopien hat uns einen sehr interessanten und fundierten Vortrag über sein Land gehalten. Mit vielen Folien und Bildern hat er die Historie, das reiche kulturelle Erbe, die Schönheit aber auch die leidvolle Geschichte durch Hunger und politischen Machtmissbrauch seines Landes nahe gebracht. Interessant war auch, dass die Uhren in Äthiopien anders ticken als bei uns: Nach äthiopischer Zeit geht der Tag von Sonnenaufgang (= 0 Uhr) bis Sonnenuntergang (= 12 Uhr). Nach internationaler Zeit hingegen beginnt der Tag um Mitternacht (= 0 Uhr). 0 Uhr äthiopischer Zeit ist also 6 Uhr internationale Zeit und 12 Uhr äthiopischer Zeit ist 18 Uhr internationaler Zeit. Und es geht noch weiter: Der äthiopische Kalender zählt 13 Monate. Das neue Jahr äthiopischer Zeit beginnt am 11. September unserer Zeit und er liegt stets 7 Jahre und 8 Monate und 10 Tage hinter unserem (dem gregorianischen) Kalender zurück, d.h. man schreibt dort aktuell das Jahr 2007 – was gerade bei der Angabe von Geburtsdaten zu manchem Missverständnis führen kann.

80 Besucher sind der Einladung in den Räumen der Landeskirchlichen Gemeinschaft Eschenau gefolgt und verhalfen der Veranstaltung zu ihrem Erfolg und der Würdigung des Referenten.

Dieser Vortrag steht in einer  Reihe von Abenden, in denen Asylsuchende ihr Land vorstellen. Es folgt der Syrienabend am 15. Juni.

Eckental steht für RESPEKT – 120 Personen auf dem Rathausplatz in Eschenau

Am 21. März, dem Internationalen Tag gegen Rassismus, setzten Bürger in vielen bayerischen Städten ein Zeichen gegen Diskriminierung und Ausgrenzung, für Vielfalt und gegenseitigen RESPEKT. Auch Eckental beteiligte sich an der Aktion. Gemeinsam bildeten auf dem Rathausplatz in Eckental/Eschenau 120 Personen das Wort RESPEKT . Dieses geformte Standbild wurde dann von oben fotografiert. Henning Hoffmann dankte den Bürgern für Ihre Beteiligung und warb für gegenseitigen Respekt – auch und vor allem gegenüber den Bürgern mit ausländischer Herkunft. Denn dies ist der Anfang für ein gelingendes Miteinander der verschiedenen Kulturen. Zeigen wir heute Respekt, ernten wir in Zukunft eine Gesellschaft, die trotz Unterschiede zusammenhalten kann.

Die Fotoaktion „Für RESPEKT stehen!“ wurde auf die Initiative der AGABY (Arbeitsgemeinschaft der Ausländer-, Migranten- und Integrationsbeiräte Bayerns) und mit Unterstützung der Geschäftsstelle von: „Bayerisches Bündnis für Toleranz – Demokratie und Menschenwürde schützen“ durchgeführt. Alle Fotos der beteiligten Orte auf: www.agaby.de. In Eckental wurde die Aktion von FLEck e.V. und dem Jugendbüro Eckental initiiert. Herzlichen Dank an Birgit Frey für die Koordination und Andreas Unbehaun für das Foto!

Foto-Respekt

 

Bürgermeisterin zu Besuch bei FLEck e.V.

Kürzlich besuchte Erste Bürgermeisterin Ilse Dölle (links) die Vorstandschaft und Wegbegleiter des Eckentaler Flüchtlingsvereins FLEck e.V. in Eschenau. In ihrer Eigenschaft als Schirmherrin des Vereins sah sich die Bürgermeisterin den frisch bezogenen Vereinsraum an, der auch als Unterrichtsraum dient und im Sparkassengebäude in Eschenau untergebracht ist. Dölle freute sich über die aktive Unterstützung der neu angekommenen Eckentalerinnen und Eckentaler und lobte vor allem die unkomplizierte und niederschwellige Umsetzung der Flüchtlingshilfe, einer „gelebten Willkommenskultur vor Ort.“

Games, Snacks, Music – im Jugendtreff Gleis 3

Am 28. Februar klang internationale Musik aus den Räumen des Jugendtreffs Gleis 3 in Eschenau: Im großen Veranstaltungssaal legten syrische Flüchtlinge die Musik auf und im Cafèbereich war die Musik der Äthiopier angesagt. Dann Musik aus Albanien, Livemusik auf Arabisch und tanzende junge Männer, fröhliche Kinder und zufriedene Besucher….

Alles fing damit an, dass eine Gruppe von Theologiestudenten aus Marburg ein Nachmittagsprogramm mit Flüchtlingen veranstalten wollten. Die Sporthallen waren leider ausgebucht, doch da öffnete sich die Tür in den Jugendtreff Gleis 3. In Kooperation mit dem Jugendbüro Eckental und der Landeskirchlichen Gemeinschaft wurde innerhalb kurzer Zeit ein Konzept auf die Beine gestellt, dass sich: „GAMES, SNACKS, MUSIC“ nannte. Die hiesigen Flüchtlinge wurden im Sprachunterricht und in den Unterkünften zu der Veranstaltung eingeladen – und sie kamen! Die Möglichkeiten von Gleis 3 waren optimal, um am Samstag Nachmittag vier Stunden lang Hockey, Billard, Fußball, Kicker und Tischtennis zu spielen, Süßes und Salziges zu snacken und viel Musik zu hören, zu machen und dabei zu tanzen. Die etwa 30 jungen Männer aus Äthiopien, Syrien, Kosovo und Albanien hatten eine tolle Zeit mit den Marburger Studenten und den Eckentalern.

Gleis3

Flüchtlinge Willkommen! Dieses Motto auf dem Banner im Gleis 3 traf den Nagel auf den Kopf, als am 28.2. ein tolles Programm, Getränke und Snacks miteinander geteilt wurden.

Zufluchtsort Deutschland – Theorie und Praxis in der Flüchtlingshilfe

Sehr eindrucksvoll hat Pater Frido Pflüger die Zuhörer am 27. Februar in der Katholischen Kirche Eckenhaid in eine Welt eingeführt, die zunehmend von Flucht und Vertreibung geprägt ist. Seit dem 2. Weltkrieg war die Anzahl der Menschen nicht mehr so groß, die innerhalb des eigenen Landes oder über die Grenzen hinweg ihre Heimat verlassen müssen. Pater Frido berichtete vor allem aus Afrika, wo es Entwicklungsländer sind, die große Mengen an Flüchtlingen aufnehmen. Im Rahmen des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes war Pater Frido  dort für die Schulbildung von 30.000 Kinder verantwortlich, die fern von ihrer eigentlichen Heimat in Flüchtlingslagern aufwuchsen.

Durch den Vortrag wurde einem bewusst, wie groß die Not der Menschen ist, die fliehen müssen und wie wichtig qualifizierte Hilfe ist. Die Relationen wurden auch ins rechte Licht gerückt: Wenn wir denken es kommen viele Flüchtlinge, dann sind die weniger als 1 % von Asylsuchenden in unserer hiesigen Bevölkerung ein Bruchteil dessen, was andere Länder an Gastfreundschaft leisten, die in unmittelbarer Umgebung von Krisenländern sind.

100 Gäste kamen zu der Veranstaltung „Zufluchtsort Deutschland“ zu der die Katholische Kirche Eckenhaid, die Flüchtlingsinitiative FLEck e.V. und der Markt Eckental geladen haben.

FLEck informiert (12.2.)

Als es darum ging, die Arbeitskreise der Flüchtlingsinitiative FLEck mit Leben zu füllen und ganz konkret zu klären, wer wo mit anpacken kann, trafen sich 85 Eckentaler, die sich mit viel Elan und noch mehr guten Ideen den Themen Alltagsbegleitung, Sachspenden, Freizeit- und Begegnung, Sprachtraining und Unterstützung in der Ausbildung und bei der Arbeitssuche widmeten. Und in großen Schritten geht es voran: die Unterkunft in der Klingenstraße ist inzwischen schon sehr wohnlich eingerichtet, jeden Tag werden Deutschkurse auf den unterschiedlichsten Levels von Ehrenamtlichen angeboten, ein Begegnungscafe soll etabliert und die Asylsuchenden in unsere Gemeinde auch über die Sportvereine integriert werden. Die Alltagsbegleiter sind stark gefordert, denn die Klingenstraße ist bald voll belegt und auch in der „Schwane“ wurden die ersten Flüchtlinge untergebracht. Das Zusammenleben unterschiedlichster Nationen auf engstem Raum, die sich untereinander nicht verständigen können, erfordert viel Toleranz und ist nicht immer leicht, aber alle tragen ihren Teil dazu bei. Und während immer wieder neue Flüchtlinge bei uns eintreffen, bekam einer der Ersten schon seine Anerkennung und kann nun sicher in Deutschland bleiben. Aber FLEck beschränkt sich nicht auf die mehr als notwendige Arbeit vor Ort, denn eine weitere wichtige Aufgabe ist die Einmischung auf politischer Ebene. Die Ehrenamtlichen müssen der Politik rückmelden, wo der Schuh drückt: Auf der FLEck-Homepage werden unter „Appell“ wichtige Anliegen thematisiert, aktuell die fehlenden Berufsschulkapazitäten im Landkreis. Da wollen junge Leute lernen und es gibt über Monate weg keine Aussicht auf freie Berufsschulplätze – „fehlende Kapazitäten“ auf vielen Ebenen: damit werden die Helfer täglich konfrontiert und häufig steht man hilf- und auch fassungslos davor. Umso dankbarer ist FLEck über die Unterstützung und Zusammenarbeit mit der Gemeinde, die hervorragend klappt: in Eckental arbeitet man Hand in Hand

FLEck e.V. ist gegründet!

Das Echo auf die Einladung der Initiatoren zur Gründungsversammlung der “Flüchtlingsinitiative Eckental FLEck e.V. – ein guter Platz zum Leben” war überwältigend: 162 Interessierte fanden sich am 15. Januar 2015 im Gasthaus Rotes Ross in Eschenau ein. Vor dem Gasthaus versammelten sich fünf Gegner der Veranstaltung zu einer bei der Polizei angemeldeten Protestaktion, zogen sich aber nach kurzer Zeit mit ihrem Plakat zurück, ohne die Veranstaltung zu stören.
Um 22.20 Uhr war es dann soweit: Nach ausführlicher Diskussion der Satzung trugen sich als Gründungsmitglieder 136 Personen und Organisationen in die Listen ein, unter ihnen die Evangelisch-Lutherische Gemeinde Eschenau, die Landeskirchliche Gemeinschaft Eschenau, der 1.FC Eschenau 1927 e.V., der Lions Club Eckental-Heroldsberg und die Novum Verlags GmbH und beschlossen die Gründung des Vereins. Die 1. Bürgermeisterin Eckentals Ilse Dölle übernahm die Schirmherrschaft. Henning Hoffmann wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt, Bernhard Nottbeck zum 2. Vorsitzenden, Sabine Mirsch zur Schatzmeisterin und Gisela Schröder zur Schriftführerin. Die Kassenprüfung wurde Nicole Schmidt und Udo Lennert übertragen.
Bernhard Nottbeck gab einen kurzen aber eindrücklichen Überblick über die aktuelle Situation in den bereits belegten Unterkünften, schilderte akute Probleme, mit denen sich die Ehrenamtlichen auseinandersetzen und skizzierte grob einige der zukünftigen Herausforderungen, die die Flüchtlingsinitiative erwartet. Einige Mitglieder meldeten sich hierauf mit konkreten Hilfs- und Spendenangeboten zu Wort, viele trugen sich in die Helferlisten ein. Sie – und alle weiteren Interessierten – treffen sich am 26. Januar 2015 um 19.30 Uhr im Pfarrsaal der katholischen Kirche in Eckenhaid: Hier sollen sich die Arbeitskreise finden, die sich um die einzelnen Bereiche kümmern, z.B. Sprachtraining, Alltagsbegleitung, Planung von Begegnungen/Festen, Beschaffung von Fahrrädern, Einrichtung der Unterkünfte, usw. Auf der Homepage veröffentlicht FLEck e.V. inzwischen konkrete Sachspendenaufrufe, aktuell zur Ergänzung der Ausstattung der Unterkünfte in der Forther Hauptstraße und in der Klingenstraße (www.fleck-ev.de).
Dieses enorme Interesse, die große Hilfsbereitschaft, die vielfältige Beteiligung und der Wille, die Flüchtlinge und neuen Mitbürger hier vor Ort zu unterstützen, jeder nach seinen Möglichkeiten und Fähigkeiten, beweist eindrucksvoll, dass „Willkommenskultur“ in Eckental nicht nur ein Wort ist, sondern tatsächlich gelebt wird: Es hätte keinen besseren Beweis dafür geben können.

Ein weiterer Beitrag zur Gründungsversammlung finden Sie auf:

http://n-land.de/lokales/lok-detail/datum/2015/01/21/eckental-ein-guter-platz-fuer-asylbewerber.html#.VMD_vCdQ8f8