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Dolmetschen „leicht gemacht“: Seminar für Asylbewerber/innen

!! aufgrund großer Nachfrage weiteres Seminarangebot !!

Verstehen und Übersetzen
mit praktischen Übungen
„wenn es schwierig ist“

Am Samstag, 18. Februar 2017 von 10.00 – 15.30 Uhr
im evang. Gemeindehaus in Forth (Martin Luther Str.8)

gibt es ein weiteres Seminar für Asylbewerber/innen,
die beim Dolmetschen mithelfen und schon gut Deutsch können

Wir üben konkret, wie schwierige Themen übersetzt werden können.
Wir lernen, was bei Angst passiert und wenn ganz traurige Erinnerungen
kommen. Wir erzählen einander von unserer Muttersprache und welche
Wörter es im Deutschen gar nicht gibt: was machen wir dann? Wir üben die
Rolle des Dolmetschers beim Arzt und bei Behörden. Wann ist es wichtig,
dass eine Frau übersetzt?

Wer den ganzen Tag teilnimmt, bekommt ein Zertifikat. Damit können dann
Zuschüsse beantragt werden für die Tätigkeit als Übersetzer/in.

Wir suchen Frauen und Männer, die ganz verschiedene Sprachen sprechen:
Paschtu – Kurdisch – Amharisch – Arabisch – Farsi – Armenisch – oder ……….

Das Seminar ist kostenlos,
Getränke haben wir da, das Kursmaterial wird am Schluss mitgegeben.

Anmeldungen erhältlich über kontakt@fleck-ev.de

Gespräche mit arabischen Freunden III

…die Sache mit der Grammatik

(von Uli)

Der Hund wird von mir gegessen worden sein,“

lacht Tarik mich an. „Deutsch ist eine ganz logische Sprache. Passiv, Futur II !“

Ich sehe ihn mit großen runden Augen voll Erstaunen an: „Esst ihr in Aleppo wirklich Hunde?“ Ein Schatten huscht über sein Gesicht und er wird ernst.

Im Moment kann ich es mir fast vorstellen. Die Leute hungern,“ sagt er leise.

Wir wollten doch über Deutschunterricht für Asylbewerber sprechen,“ wechselt er das Thema. „´Guten Tag, wie geht es Ihnen?´, habe ich schon im Lager in Zirndorf gelernt. Danach kam ich von einer Turnhalle in die nächste. Unterricht habe ich erst, seit ich hier in Eckental bin.“

´Mein Name ist Tarik, ich bin 23 Jahre alt und komme aus Aleppo,´ war mein erster Satz, den ich gelernt habe. Immer wenn jemand mich ansprach, brachte ich diesen Satz, denn Fragen verstehen und antworten konnte ich ja nicht. Lesen ging auch nicht, ich musste erst die Buchstaben lernen.“

Du findest Deutsch wirklich logisch?“, frage ich erstaunt.

Na ja, mit den Artikeln gingen die Zweifel los. Ich habe immer noch nicht kapiert, warum es der Saft heißt, aber das Wasser, die Milch. Kannst Du mir das sagen?“

Ich kann es leider auch nicht.

Das Huhn legt Eier. Es ist doch weiblich, müsste es da nicht die Huhn heißen?

Der Apfel, die Birne, der Pfirsich, die Orange! Logisch finde ich das nicht.“

Ich habe auch keine Erklärung und muss ihm widerwillig recht geben.

Auf arabisch ist das leichter,“ behauptet er.

Die Mehrzahl von Apfel ist Äpfel. Warum sagt man als Plural von Tor dann nicht Töre?“

Lass`mal gut sein,“ sage ich, „ Gehen wir lieber ein Bier trinken“.

Ich saufe, du säufst,“ dekliniert er.

Ich kaufe ein Bier, du käufst … Nein, logisch ist Deutsch wirklich nicht.“

FLEck e.V. erhält Bürgerpreis

Ehrenamtliche als Alltagshelden

In der letzten Woche erhielt die Eckentaler Flüchtlingsinitiative FLEck e.V. den Bürgerpreis der Sparkasse Forchheim in der Kategorie „Alltagshelden“. Dieser Preis gilt all jenen ehrenamtlich tätigen Eckentalern, die in den letzten zwei Jahren seit der Gründung von FLEck e.V. viel Zeit und Engagement in die Unterstützung und Integration von Asylsuchenden investiert haben. Sie alle machen Eckental zu einem „guten Platz zum Leben“ – wie es bereits im Vereinsnamen und als Satzungszweck festgeschrieben wurde. Die angereiste Delegation spiegelte auch bei der Übergabe des Preises das gute Miteinander und die Vielfalt im Verein wider: Neben den Vorsitzenden des Vereins waren mehrere Mitglieder des FLEck-Leitungskreises und Schirmherrin Bürgermeisterin Ilse Dölle anwesend, und auch einige Flüchtlinge waren mitgekommen. Diese meldeten sich mit einer bewegenden Rede zu Wort, in der sie ihren Willen zur Integration bekräftigten. Für sie sei es wichtig, an einer guten Zukunft Deutschlands mitzuwirken. Ein anschließend von den Syrern gezeigter Sketch mit fränkischem Wortwitz bewies, wie sicher sich die neuen Eckentaler im Fränkischen – nicht zuletzt Dank FLEck e.V. – inzwischen bewegen.