{"id":2886,"date":"2019-07-06T15:38:51","date_gmt":"2019-07-06T13:38:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fleck-ev.de\/?p=2886"},"modified":"2019-07-23T21:48:09","modified_gmt":"2019-07-23T19:48:09","slug":"wichtiges-tabu-thema","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.fleck-ev.de\/?p=2886","title":{"rendered":"Wichtiges (Tabu-) Thema angesprochen"},"content":{"rendered":"<h1>Bildung statt Beschneidung gefordert<\/h1>\n<p><strong> Meldung vom 18.07.2019<br \/>\nAutorin Fadumo Korn sprach im Erlanger Landratsamt \u00fcber weibliche Genitalbeschneidung. <\/strong><\/p>\n<div class=\"clear\">\n<figure class=\"float-right\"><a class=\"lupe\" href=\"https:\/\/www.erlangen-hoechstadt.de\/media\/6034\/fadumo_korn_2.jpg?center=0.315625,0.444055944055944&amp;mode=max&amp;width=1500&amp;height=1500\"> <img decoding=\"async\" title=\"Fadumo Korn.jpg\" src=\"https:\/\/www.erlangen-hoechstadt.de\/media\/6034\/fadumo_korn_2.jpg?center=0.315625,0.444055944055944&amp;mode=crop&amp;width=400&amp;height=300\" alt=\"Ber\u00fchrte ihr Publikum mit direkten Worten: Autorin Fadumo Korn sprach in Erlangen \u00fcber weibliche Genitalbeschneidung.\" \/><\/a><figcaption>Fadumo Korn.jpg<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Erlangen.<\/strong> Fadumo Korn hat es selbst erlebt. Als Siebenj\u00e4hrige wird die geb\u00fcrtige Somalierin, die heute in M\u00fcnchen lebt, von einer greisen Frau mit einer Rasierklinge beschnitten und danach zugen\u00e4ht. \u201eIch bekam am Abend vorher sehr s\u00fc\u00dfe Milch. Heute wei\u00df ich, es war ein Trost f\u00fcr das, was kam\u201c, berichtet sie beim Infoabend \u00fcber weibliche Genitalbeschneidung im Erlanger Landratsamt, zu dem der Arbeitskreis weibliche Genitalbeschneidung des Landkreises und Stadt Erlangen eingeladen hatte. Das, was kam: Schmerzen, tagelanges Koma, Folgeinfektionen. \u201eWeibliche Genitalbeschneidung ist die gr\u00f6\u00dfte k\u00f6rperliche und psychische Verletzung, die es gibt\u201c, sagt Korn. Noch Jahre danach sei es sehr schwierig, den eigenen K\u00f6rper anzunehmen, wie er sei. \u201eSpringen oder gar Fahrradfahren geht nicht, es tut zu weh\u201c, sagt die Autorin \u00fcber das 4.000- 5.000 Jahre alte Ritual, das aus \u00c4gypten stammt. Noch heute lie\u00dfen M\u00e4dchen dieses Ritual in dem Glauben \u00fcber sich ergehen, dass sie sonst keinen Mann bek\u00e4men und nicht \u00fcberleben k\u00f6nnten. Diese Sicht werde von Mutter zu Tochter weitergeben, zusammen mit der Aufforderung, den Eltern Ehre zu machen.<\/p>\n<p><strong>Im Gespr\u00e4ch bleiben<\/strong><br \/>\nBildung und Aufkl\u00e4rung sind f\u00fcr Fadumo Korn der Schl\u00fcssel zur L\u00f6sung im Kampf gegen weibliche Genitalbeschneidung. So k\u00f6nnen M\u00e4dchen selbstbewusst, frei und finanziell unabh\u00e4ngig sein. Ihr Verein gegen weibliche Genitalbeschneidung, NALA \u2013 Bildung statt Beschneidung e.V., unterh\u00e4lt auf privater Spendenbasis beispielsweise ein Schulungszentrum f\u00fcr Erwachsenenbildung in Burkina Faso und unterst\u00fctzt dort bei Wasserversorgung und Gartenanbau. In M\u00fcnchen engagiert sich der Verein f\u00fcr unbegleitete minderj\u00e4hrige Fl\u00fcchtlinge. Die Mitglieder begleiten M\u00e4dchen bei Arztbesuchen, k\u00fcmmern sich um sie und unterst\u00fctzen sie dabei, eine Ausbildung zu machen. Indem sie ihre pers\u00f6nliche Geschichte erz\u00e4hlt, will Fadumo Korn erreichen, dass \u00fcber weibliche Genitalbeschneidung ohne Scheu gesprochen wird. \u201eNoch nie waren so viele Frauen aus Afrika und sogar ein somalischer Mann bei meinem Vortrag. Ihr habt die richtigen Leute eingeladen. Nutzt Eure Chance, ladet sie ein und fragt sie, was sie m\u00f6chten\u201c, appelliert die Aktivistin an ihr Publikum. Parallel zu den Fl\u00fcchtlingszahlen stieg auch das Interesse an dem Thema in Franken wieder an. 2018 gr\u00fcndete sich deshalb der Arbeitskreis weibliche Genitalbeschneidung in Landkreis und Stadt. Beim Infoabend wollten so viele Interessierte zuh\u00f6ren, dass die Organisatoren Cornelia Schmidt und Andreas Mittelmeier der Bildungsb\u00fcros von Landkreis und Stadt noch St\u00fchle dazustellen mussten.<\/p>\n<p><strong>Mit Mythen aufger\u00e4umt<\/strong><br \/>\nWeltweit sind laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) 200 Millionen M\u00e4dchen und Frauen von weiblicher Genitalverst\u00fcmmelung betroffen. Allein in Deutschland leben laut einer Studie des Bundesfamilienministeriums von 2017 fast 50.000 Betroffene. \u201eRund zehn Prozent versterben bei der OP. Nochmal zehn bis 15 Prozent sterben an Folgeinfektionen durch nicht-sterile Glasscherben oder Rasierklingen\u201c, betont der Erlanger Gyn\u00e4kologe Dr. Peter Kellermann. Die Medizin unterscheide vier Typen von Beschneidung. Typ 3, bei dem sowohl Schamlippen als auch Klitoris fehlen, sei der bekannteste. \u201eDas Thema ist kein sch\u00f6ner Einstieg in den Feierabend. F\u00fcr die M\u00e4dchen ist es aber auch kein sch\u00f6ner Einstieg in das Erwachsenenleben. Es ist unsere Aufgabe, auf dieses bedr\u00fcckende Thema noch mehr hinzuweisen. Deshalb begr\u00fc\u00dfe ich die Aktivit\u00e4ten des Arbeitskreises sehr\u201c, unterstrich Erlangens Dritte B\u00fcrgermeisterin Dr. Elisabeth Preu\u00df. Auch die weitere stellvertretende Landr\u00e4tin Gabriele Klau\u00dfner machten die Schilderungen von Kellermann und Korn w\u00fctend: \u201cDiese Praxis ist eine Menschenrechtsverletzung. Wir brauchen mehr Mut, um dar\u00fcber zu sprechen\u201c, forderte sie. Neben Mut, Bildung und Aufkl\u00e4rung braucht es laut Fadumo Korn noch etwas, um gegen weibliche Genitalbeschneidung anzugehen: Viel Geduld.<\/p>\n<p><em>Der Infoabend wurde vom Arbeitskreis weibliche Genitalbeschneidung organisiert. Eine Ausstellung der Augsburger Studentinnen Marie Rotter und Jana Gie\u00dfmann vermittelte grunds\u00e4tzliche Informationen in Bild und Schrift. Die Bildungsb\u00fcros des Landkreises Erlangen-H\u00f6chstadt und der Stadt Erlangen moderierten die Veranstaltung und begleiten den Arbeitskreis organisatorisch.<\/em><\/p>\n<p>Text: <a href=\"https:\/\/www.erlangen-hoechstadt.de\/aktuelles\/meldungen\/bildung-statt-beschneidung-gefordert\/\">https:\/\/www.erlangen-hoechstadt.de\/aktuelles\/meldungen\/bildung-statt-beschneidung-gefordert\/<\/a><\/p>\n<\/div>\n<p><a href=\"http:\/\/www.fleck-ev.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Infoveranstaltung-Genitalverst.12.7.19.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2887 size-large alignnone\" src=\"http:\/\/www.fleck-ev.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Infoveranstaltung-Genitalverst.12.7.19-724x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"610\" height=\"863\" srcset=\"http:\/\/www.fleck-ev.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Infoveranstaltung-Genitalverst.12.7.19-724x1024.jpg 724w, http:\/\/www.fleck-ev.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Infoveranstaltung-Genitalverst.12.7.19-212x300.jpg 212w, http:\/\/www.fleck-ev.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Infoveranstaltung-Genitalverst.12.7.19-768x1086.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 610px) 100vw, 610px\" \/><\/a><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana;\">\u00a0<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bildung statt Beschneidung gefordert Meldung vom 18.07.2019 Autorin Fadumo Korn sprach im Erlanger Landratsamt \u00fcber weibliche Genitalbeschneidung. Fadumo Korn.jpg Erlangen. Fadumo Korn hat es selbst erlebt. 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